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Kürassier in rotem Mantel (Studie zum Bourbaki-Panorama)
  • Edouard Castres
  • Kürassier in rotem Mantel (Studie zum Bourbaki-Panorama), 1876/1877

  • Öl auf Leinwand
  • 31.2 x 15.4 cm
  • signiert unten rechts: "E. C."
  • Kunstmuseum Luzern, Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Gottfried Keller-Stiftung, Bern
  • Inv.-Nr. E 4x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'876
  • Jahr bis: 1'877
Werkbeschrieb
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Die Bourbaki-Armee setzte sich aus Soldaten verschiedenster Waffengattungen zusammen. Um die Vielfalt und die dokumentarische Wiedergabe der spezifischen Uniformen bemüht, hat Edouard Castres mit uniformierten Modellen gearbeitet. Dies geht nicht nur aus einer zeitgenössischen Beschreibung hervor. Wir können es auch einer Fotografie entnehmen, auf welcher Castres’ Mitarbeiterteam zusammen mit Modellen in verschiedensten Waffenröcken posieren.

Die kleine Studie in der Luzerner Sammlung zeigt einen Kürassier im roten Mantel. Kürassiere sind Reitereinheiten. Ihr Name stammt vom sogenannten Kürass, dem Metallpanzer, den sie unter ihrem Mantel tragen. Ihren Kopf schützt und ziert gewöhnlich ein Metallhelm mit schwarzem Pferdeschwanz. Im allgemeinen tragen die Kürassiere weisse Mäntel, so wie jene, die wir im Panoramagemälde in der Garde des Generals sehen. Der auffällige rote Mantel kennzeichnet die Zugehörigkeit zur kaiserlichen Garde.

Die stolze Figur, die der Künstler in dieser Studie vorbereitet hat, fand später ihren Platz im Bourbaki-Rundbild, allerdings in veränderter Perspektive. In vorderster Bildebene und hervorstechend mit seinem roten Umhang, ist er Teil der Menschenmassen und ihres Schicksals. Da Napoleon III bei Sedan in Gefangenschaft geraten, und Frankreich seit dem 4. September wieder Republik ist, verkörpert der rote Kürassier, hier allein und ohne Pferd, den gebrochenen Stolz und die politische Niederlage des Kaiserreiches.

Brigit Kämpfen-Klapproth