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African Moonsun
  • Sonja Sekula
  • African Moonsun, 1945

  • Öl auf Leinwand
  • 61 x 76 cm
  • signiert unten links, mit schwarzer Ölfarbe: "SONJA SEKULA"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 87.54x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,945
  • Jahr bis: 1,945
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Im Gemälde "African Moonsun" (KML 87.54x) sind in einer dichten Anordnung flächig wirkende, organisch gewachsene Motive aneinandergefügt. Die vereinfachten Formen erinnern an Bäume, Blumen oder Vögel wie auch an Ornamente. Die in dunklem Malgrund eingekratzten feinen Linien heben einerseits die einzelnen Bildelemente hervor und verknüpfen andererseits das Bild zu einer Einheit. Eine Art Baum – es könnte ebenso eine menschliche Gestalt sein – verläuft in einer nach oben strebenden Richtung exakt in der Mittelachse der Komposition und teilt das Gemälde subtil in zwei Teile, die sich wiederum zu einem Ganzen fügen. Das Werk ist in dunklen Farbtönen gehalten, wobei die Farben auf den schwarzen Malgrund aufgetragen wurden.

Sekula benutzt die ebenfalls von Alice Rahon Paalen und Roberto Matta verwendete Kratztechnik: ein Verfahren, von dem nordwestamerikanische Indianer Gebrauch machen, um dekorative Elemente auf ihren Töpferwaren zu veranschaulichen. Die flächige Ausführung des Dargestellten entnimmt Sekula indianischen Stoffen, ebenso die im Titel anklingende Thematik: Sonne und Mond verkörpern die Dualität des männlichen und weiblichen Prinzips, das sich in vielen frühen Kulturen findet, beispielsweise auch auf Gewebe der Quapas Indianer. In der Arbeit "African Moonsun" offenbart sich das Nächtliche in der dunklen Farbgebung, das Energetische der Sonne widerspiegelt sich in den vollen, lebensbejahenden Formen der Natur. Die Auseinandersetzung mit flächig dekorativen Mustern und alten, von Sternen inspirierten Symbolen, die in der Kunst präkolumbianischer Indianer fussen, entspringt dem damaligen künstlerischen Interesse der amerikanischen Gruppierung der "Indian Space Painters", zu der auch Sekula und deren Vertreter wie die Maler Will Barnet, Steve Wheeler, Peter Busa und Robert Barrell zählen, die sich mehrheitlich aus Lehrern und Schülern der Art Students League zusammensetzen. Die Gruppe der "Indian Space Painters" formiert sich Anfang 1946, ihre flächendeckende Malweise jedoch mit den dekorativen Mustern kann sich nicht als neue Stilrichtung durchsetzen. Welche Bedeutung das "African" in der Betitelung einnimmt, bleibt unklar, muss aber mit Sekulas intensiver Beschäftigung mit der Kunst primitiver Kulturen in Zusammenhang gebracht werden.

Barbara Hatebur