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Schweissbrennerbild
  • Aldo Walker
  • Schweissbrennerbild, 1964

  • Mischtechnik auf Sperrholz
  • 60.5 x 44.5 cm
  • signiert und datiert verso, mit Filzstift: "Aldo Walker 1964"; und bezeichnet mit Bleistift: "Aldo Walker 1964/'Schweissbrenner'"
  • Kunstmuseum Luzern, Schenkung des Kantons Luzern
  • © Nachlass Aldo Walker
  • Jahr von: 1,964
  • Jahr bis: 1,964
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Aldo Walker hat sich seit seiner künstlerischen Tätigkeit mit der Frage nach dem Bild als rechteckige Fläche (Zeichnungen von 1965 KML Inv.-Nr. 2005.8y und 2005.9y) sowie deren Materialität („Bild I“ KML Inv.-Nr. 2004.14x und „Bild II“ KML Inv.-Nr. 2004.15x) auseinandergesetzt.

Die „Schweissbrennerbilder“, zu denen auch das gleichnamige Werk des Kunstmuseums Luzern gehört, zählen zu den frühesten erhaltenen Arbeiten des Künstlers. Mit dem Schweissbrenner hat er die Oberfläche eigener ungegenständlicher Gemälde aus den Jahren vor 1964 behandelt, von denen nebst den überarbeiteten Objekten keine Spur mehr vorhanden ist. Christoph Schenker behauptet, dass diese Aktion nicht als Gewaltakt gegen die Malerei oder zur Überwindung der Malerei zu verstehen sei, weil er mit einem der Malerei fremden Sprachmittel eine neue Lösung gefunden hat, indem er das Firnissen durch das Schweissbrennen ersetzt hat. Dem ist insofern zu widersprechen, als das Auslöschen der Bildoberfläche ein Akt gegen das Bedeuten der Malerei ist – ein Akt der Entsemantisierung der Bildfläche. Gleichzeitig wird aber der Gewaltakt selbst überdeckt, indem nämlich die Brandstellen, die auf das Schweissbrennen zurückführen würden, mit weisser Farbe übermalt werden. Es findet über die Auslöschung hinaus eine Umstrukturierung des ursprünglichen Bildes statt: verschiedene Farbschichten kommen zum Vorschein, während sich die weiss ausgemalten und zuvor ausgelöschten Stellen wie Löcher in das Bild hineinfressen.

Annamira Jochim