deutschenglisch
Stilleben Nature Morte
  • Anton Egloff
  • Stilleben Nature Morte, 1971

  • Zink und Holz
  • bezeichnet und signiert auf der Schrägseite, eingraviert: "STILLEBEN-NATURE-MORTE/AE"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 171w
  • © Anton Egloff
  • Jahr von: 1'971
  • Jahr bis: 1'971
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
Weiteres

Anton Egloff beginnt Ende der 1960er Jahre nach einer kurzen Phase, in der er klassische Bronzeskulpturen schafft, mit skulpturalen Arbeiten aus einer Kombination von Holz und Zink. In ihrem Zusammenspiel bringen sie das Verhältnis von organischem Material und geformtem Metall zum Ausdruck. Eine exemplarische Arbeit ist ein kleines Holzstück, das auf einer Seite schräg angeschnitten ist. Dieses ist mit Zinkblech umfasst, auf dem die Maserung des Holzes eingeätzt ist. Die Linien haben zeichnerische Qualität und erinnern gleichzeitig an Höhenlinien einer Landschaft. Beide – Landschaft und Zeichnung – eröffnen in den Arbeiten des Künstlers einen Reflexionsraum, der über den konkreten Gegenstand hinausweist und diesen in einen grösseren Zusammenhang einordnet. Meist wird über die Situierung innerhalb einer Landschaft oder die Raumsituation auf einer Zeichnung eine mögliche Raumdisposition für die einzelnen Objekte geschaffen.

Ähnliche Arbeiten wie dieses eingefasste Holzstück sind mit „Landschaft“ betitelt, während diese mit dem Titel „Stilleben – Nature – Morte“ – in Grossbuchstaben in das Metall eingraviert – auf etwas anderes verweist, nämlich auf die Differenz von organisch gewachsenem Holz und leblosem, industriell gefertigtem Zinkblech. Gleichzeitig nimmt der Titel Bezug auf die kunsthistorische Tradition der Stilllebenmalerei, die hier auf die Skulptur ausgeweitet wird. Die Skulptur ist von der Natur und der Landschaft inspiriert, schafft sich aber eine eigene, autonome Räumlichkeit. Ein Bewegungsmoment kommt ins Spiel wenn sich der Betrachter und die Betrachterin entlang der Linien und Markierungen auf eine Augenreise begehen. Die Beschriftung ist allerdings nicht nur als Titel zu verstehen. Die sprachliche Ebene weist vielmehr in ihrer Buchstäblichkeit auf das, was im Kunstwerk bereits materiell konkret ansichtig wird.

Annamira Jochim