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Die Flötenspielerin / Sankt Picasso II
  • Annemarie von Matt-Gunz
  • Die Flötenspielerin / Sankt Picasso II, 1948/1949

  • Farbige Tusche und genähte Collage auf Papier
  • 51.2 x 36 cm
  • datiert rechts unten, mit Bleistift: "DEZ 48 Jan 49"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 83.25y
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,948
  • Jahr bis: 1,949
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

1946 ist die Künstlerin zur Behebung eines Halsleidens im Kantonsspital Luzern. Der Künstlerkollege Anton Flüeler schenkt ihr dort anlässlich eines Krankenbesuches eine Zeichnung. Dargestellt ist ein Jüngling mit Harlekinhut und Halskrause, der an ähnliche Zeichnungen Picassos erinnert. Annemarie von Matt gibt dem Dargestellten, anspielend auf ihr Leiden, den Namen des Heiligen Blasius, der bei Halsleiden angerufen wird. Ausgehend von diesem Blatt entwickelt sich ein reger Briefverkehr, über den Hans von Matt in seiner Publikation "Gegengaben" berichtet.

Am Rand der vorliegenden Zeichnung, die in der Folge dieses Austausches entsteht, wird auf Picasso Bezug genommen. Die Inschrift "Sankt Picasso II. Bern Suisse" erinnert aber auch an die Signatur, die Adolf Wölfli häufig verwendete: "Sankt Adolf II. Bern Schweiz". Mit Werken der Art Brut kam die Künstlerin über einen befreundeten Arzt in Kontakt. Zeichnungen von Wölfli, Heinrich Anton Müller und anderen wirkten auf sie wie eine Offenbarung. In den Werken dieser Künstler sah sie eine Erlaubnis zur Freiheit, insbeondere zur zeichnerischen. Sie sah sich aber auch darin bestärkt, Bild und Text als gleichberechtigte Teile des Schaffens gelten zu lassen.

Christoph Lichtin