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Inside Out
  • Stephanie Smith und Edward Stewart Smith/Stewart
  • Inside Out, 1997

  • Videoprojektion, U-Matic PAL, Schwarz/Weiss, Ton, Auflage: 1/3
  • signiert auf Archivmaster: "S. S. Smith/E. Stewart"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 99.79v
  • © Smith/Stewart
  • Jahr von: 1,997
  • Jahr bis: 1,997
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Das Video „Inside Out“ wurde mit einer Kamera aus Stewarts Mund heraus gefilmt. Sobald er ihn öffnet, sieht man die beiden Zahnreihen, die den Blick in eine weisse Leere begrenzen. Die Schwarzweiss-Projektion nimmt idealer Weise eine gesamte Wand des Ausstellungsraumes ein und stellt auch die einzige Lichtquelle dar, so dass, wenn Stewart den Mund geschlossen hält, der Raum vollkommen dunkel bleibt. Das Geräusch von Stewarts Atem trägt dazu bei, dass sich der Betrachter wie in Stewarts Kopf fühlt, aus welchem heraus der einzige Fluchtweg durch den Mund führt. In einem Interview bezeichnete Stewart diesen Effekt als „mit dem Mund sehen“. Man sieht aus und somit mit dem Mund.

„Inside Out“ ist zeitnah mit „Breathing Space“ (1997, KML 99.78v) und nach den Angaben der Künstler auch in dessen Kontext entstanden. So sei „Inside Out“ quasi die Wahrnehmung innerhalb des Mundes in der Tüte. Aber das Bild und das Video stehen hier nicht mehr im Vordergrund. „Inside Out“ ist mehr Installation als Videoarbeit und markiert nicht nur den Wendepunkt auf inhaltlicher Ebene, sonder auch auf medialer. In früheren Videos beschäftigten sich Smith/Stewart noch mit dem Verhältnis zueinander und wenn sie die Grenzen des eigenen Körpers inszenierten, setzten sie sich stets gemeinsam der Gefahr aus. „Inside Out“ ist das erste Video in welchem nur ein Teil des Künstlerpaares zu sehen ist. Weiterhin war das Interesse an dem Aufbau ihrer Werke bei Smith/Stewart, die sich nicht in erster Linie als Video- oder Performancekünstler sehen, immer präsent. Bei „Inside Out“ wird die Art der Installation aber zum ersten Mal dominant gegenüber dem Inhalt des Werkes.

Julia Strebelow