deutschenglish
Ohne Titel (Recherche sur l'origine)
  • Robert Filliou
  • Ohne Titel (Recherche sur l'origine), 1974

  • Offsetdruck auf Millimeterpapier, Holzstäbchen, Textheft, Schachtel, Auflage: 301/400
  • 30 x 910 cm
  • signiert und nummeriert auf Holzstäbchen: "R. Filliou 301/400"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 93.146z
  • © Marianne Filliou
  • Jahr von: 1,974
  • Jahr bis: 1,974
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography

Fillious künstlerisches Schaffen bewegt sich innerhalb der Idee der Aufhebung der Grenzen zwischen den Künsten. Der Künstler versucht schon früh die Medien Sprache, Theater und visuelle Kunst miteinander in Verbindung zu bringen. Als studierter Ökonom hat Filliou auch ein Interesse an Systemen und Denkprozessen und versucht sich in der Vereinigung von Wissenschaft und Kunst. Ein solcher Versuch stellt das Werk „Recherche sur l’origine“ dar, eine der mehreren „Forschungsarbeiten“ Fillious, das er 1974 mit Hilfe eines DAAD-Stipendiums für eine Ausstellung in der Düsseldorfer Kunsthalle herstellt und sich heute im Musée d’art art contemporain Lyon befindet. Die Ausstellung wird 1975 im Kunstmuseum Luzern gezeigt.

Das Werk besteht aus einer 85 m langen, für den grossen Saal des Kunstmuseums Luzern konzipierten Stoffbahn, die mit kleinen Quadraten und grösseren Vierecken bedeckt ist, die wiederum teilweise mit schwarzen und weissen Punkten sowie Pfeilen versehen sind. In dieser Arbeit vereint er seine immer wieder auftauchenden wesentlichen Ideenbereiche der „permanenten Kreation“ (1963) und des „Aequivalenzprinzip“ (1968). Das "Prinzip der Äquivalenz", der Gleichwertigkeit des „Gut-Gemachten“, „Schlecht-Gemachten“ und „Nicht-Gemachten“ war Fillious konzeptionelles quasi wissenschaftliches Werkzeug, um jede Art von Gegensätzen aufzulösen. Die permanente Kreation wiederum meint, dass die Kunst für Filliou ein Gegenstand ist, der nicht abgeschlossen, sondern im konstanten Entstehen, hier in permanenter Progression begriffen ist.

Für die Ausstellung hat Filliou die riesige Arbeit zusätzlich auf den Massstab 1:10 verkleinert und als Edition in 400 Exemplaren herausgegeben: es handelt sich um eine 80cm lange Papierrolle, bedruckt mit denselben Zeichen, wie sie die Stoffbahn aufweist. Die Rolle liegt in einer weissen Kartonschachtel, dazu gehört ein kleines Büchlein mit Texten, die auf der Stoffbahn, nicht aber auf der Papierrolle zu lesen sind.

Sylvia Rüttimann