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Herbstlandschaft bei Solothurn
  • Ferdinand Hodler
  • Herbstlandschaft bei Solothurn, um 1898

  • Öl auf Leinwand
  • 33 x 46 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 82x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,895
  • Jahr bis: 1,900
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Die Herbstlandschaft mit Kastanienbäumen situierte Tina Grütter im Sammlungskatalog 1983 „westlich von Solothurn oberhalb Büren an der Aare“. Demnach sind die bläulich schimmernden Berge im Hintergrund der Rücken des Jura.

1897 lernt Hodler Cuno Amiet kennen. Durch dessen Vermittlung macht er dann im folgenden Jahr die Bekanntschaft des kunstinteressierten Solothurner Papierfabrikanten Oskar Miller. Daraus entwickelt sich ein reger Kontakt zwischen den Künstlern und dem zunehmend passionierten Sammler. Hodler ist viele Male zu Besuch in der Gegend. Es gibt zwei weitere Werke, die sehr ähnlich gemalt sind und zur gleichen Zeit entstanden sein dürften.

Farblich gleicht das Kleinformat dem 1893 für den Prix Calame angefertigten grossformatigen Gemälde „Herbstabend“ (Musée d’art et d’histoire, Neuchâtel). Dies erlaubt es, das undatierte Luzerner Werk in die gleiche Zeit zu datieren. Die Komposition teilt die Leinwand in zwei übereinander liegende Teile, deren obere Hälfte durch die Baumstämme vertikal rhythmisiert wird. Der einfache Farbkontrast von Rot und Grün der Kastanien und der Wiese dominiert über den Gegensatz von Blau im Höhenzug und Gelb im Himmel. Die Einfachheit von Komposition und Farbgegensätzen bewirkt trotz des kleinen Formats einen monumentalen Charakter des Bildes.

Aus dem im Archiv des Kunstmuseums Luzern aufbewahrten Briefwechsel Hans Emmeneggers geht hervor, dass der Luzerner Künstler, der seinen Lebensunterhalt zum Teil mit Kunsthandel bestritt, das Gemälde Anfang Juli 1902 von Hodler zum Geschenk erhielt, als er in dessen Genfer Atelier mehrere Arbeiten ankaufte.

Matthias Fischer