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Palmsonntag
  • Alois Fellmann
  • Palmsonntag, ohne Jahr

  • Öl auf Leinwand
  • 163 x 217 cm
  • u.r. Alois Fellmann
  • Kunstmuseum Luzern, Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Gottfried Keller-Stiftung, Bern
  • Inv.-Nr. E 13x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 0
  • Jahr bis: 0
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography

Alois Fellmann zeigt die Palmsonntagsprozession als farbiges, vielgestaltiges Ereignis. Dargestellt ist der Moment der Palmweihe: Der Priester segnet mit Gebet und Weihrauch die zahlreichen, von den Gemeindemitgliedern präsentierten Palmbuschen, Gebinde aus Zweigen von zumeist immergrünen Pflanzen wie Buchsbaum und Wacholder. Dadurch dass Fellmann Vertreter ganz unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen in seinem Bild zusammenführt, zeigt er das Fest als gemeinschaftstiftendes Ereignis. Bei allem Naturalismus seines Gemäldes führt Fellmann auch seine intime Kenntnis der Kunstgeschichte vor. Denn mit den nackten, schmutzigen Füssen des Knienden, die am linken Bildrand so prominent vorgeführt werden, zitiert Fellmann ein anderes, berühmtes Werk: Im Falle seiner sogenannten Pilger-Madonna erregte der römische Barockmaler Michelangelo Merisi, besser bekannt als Caravaggio, um 1600 dadurch die Kritik seiner Zeitgenossen, dass die beiden vor der Madonna knienden alten, abgerissenen Pilger der Betrachterin und dem Betrachter ebenso ihre schmutzigen Fusssohlen entgegenstrecken. Doch Caravaggio wie wohl auch später Fellmann wollen mit dieser Verbindung von hoch und niedrig nicht provozieren, sondern zeigen, dass die Erlösung eben auch den Ärmsten bestimmt ist. Heinz Stahlhut