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Geländestudie mit Mädchen
  • Robert Zünd
  • Geländestudie mit Mädchen, 1859

  • Öl auf Leinwand
  • 34 x 104 cm
  • signiert unten links: "R. Zünd"
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der BEST Art Collection Luzern
  • Inv.-Nr. M 86x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,859
  • Jahr bis: 1,859
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Die „Geländestudie mit Mädchen“ ist in vielerlei Hinsicht das Pendant zur Terrainstudie „Blick auf die Kapelle am Rain“, die sich auch in der Sammlung des Kunstmuseum Luzern befindet. Beide Gemälde besitzen das gleiche Format und stehen auch inhaltlich in einer Beziehung. Im vorliegenden Bild wandelt gedankenverloren eine junge Frau mit breitkrempigem Hut einen Weg entlang, am Arm trägt sie einen Korb, der wohl eine Vesper bereithält. Der felsige Weg, der sich im Vordergrund zu einer breiten Kurve entwickelt, entläuft einen Abhang entlang, dessen Tiefe nur erahnt werden kann. Im Hintergrund schliesst ein Wald die ganze Szenerie ab. Beinahe unkenntlich befindet sich eine weibliche Gestalt am Weg, bevor dieser hinter einem grossen Felsen in den Wald führt. Die Gestalt ist nur mit weissen Linien angedeutet und nicht ausgeführt, gleich einer Geisterfigur, die weder Schatten noch Körper kennt. Da Zünd das Bild signiert hat, kann es nicht als unvollendet gelten, umso mehr erstaunt dieses kleine für Zünd eher ungewöhnliche Detail.

Zünd bezeichnete diese Studien als „Terrainstudien“, die in seinem Œuvre eine Sonderstellung einnehmen. Sie sind ins Detail ausgeführte Gemälde, die jedoch durch ihr ungewöhnliches Format auffallen. Farbpalette und Wahl des Lichtes sind in beiden Gemälden identisch. Der Maler hat die „Geländestudie mit Mädchen“ auf dem Keilrahmen mit „26 Sept 59“ datiert, ihr Pendant auf den 11. Oktober des gleichen Jahres. Zünd, der seine Gemälde stets gut durchtrocknen liess, hat an mehreren Gemälden zugleich gearbeitet, was auch bei diesen beiden Bildern der Fall gewesen sein dürfte.

Susanne Neubauer