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Oberbayrische Landschaft
  • Otto Frölicher
  • Oberbayrische Landschaft, um 1883

  • Öl auf Leinwand
  • 63 x 84 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der BEST Art Collection Luzern
  • Inv.-Nr. M 19x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'880
  • Jahr bis: 1'886
Werkbeschrieb
Provenienz
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Literatur
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Mit Adolf Stäbli ist Frölicher seit den späten 1860er Jahren in Freundschaft verbunden. Gemeinsam unternehmen sie Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung von München. In der bayrischen Hochebene mit ihren Flüssen und Seen, Weihern und Tümpeln, Hügeln, Gruben, Büschen und freistehenden Bäumen finden sie eine reiche Motivwelt. Bisweilen entstehen Gemälde mit dem gleichen Standort. Besonders fasziniert sind sie von den Wolkenerscheinungen, die sich in dieser weiten Ebene bietet.

Das im Sommer oder Frühherbst in der oberbayrischen Landschaft entstandene Gemälde war ursprünglich ein Geschenk Frölichers an Stäbli. Da es sich zudem um ein aussergewöhnlich frei und locker gemaltes Bild handelt, liegt die Vermutung nahe, Frölicher habe direkt auf seinen Malerkollegen Bezug genommen. Stäblis charakteristische Landschaften zeichnen sich durch eine Malerei mit heftigen Pinselstrichen aus. Er lässt die einzelnen Landschaftsaspekte zwar klar erkennen, der nervöse Pinselduktus, die reduzierte, fast düstere Farbpalette und insbesondere das häufig eingesetzte Motiv des Regens oder Gewitters führt zwar zu einer bewegten, aber ausserordentlich einheitlich wirkenden Malerei. Im Vordergrund steht nicht die Wiedergabe einer bestimmten, örtlich zu bestimmenden Landschaft, sondern die Stimmung, die der Landschaft eigen ist.

Diese Malweise adaptiert Frölicher in seinem Gemälde. Er verwendet einen relativ breiten, kräftigen Pinsel und einen starken Farbauftrag. Details sind nicht ausgezeichnet – so werden die Kühe erst auf einen zweiten Blick sichtbar. Es ist nicht das Wetter und die sich auftürmenden Wolken, die die starke Bewegung ins Bild bringen, vielmehr ist es der ausdrucksstarke Farbeinsatz selbst.

Christoph Lichtin