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Der Holzfäller
  • Ferdinand Hodler
  • Der Holzfäller, um 1910

  • Öl auf Leinwand
  • 130 x 105 cm
  • signiert unten rechts: "F. Hodler"
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der BEST Art Collection Luzern
  • Inv.-Nr. M 72x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1,905
  • Jahr bis: 1,915
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography
Other

Das Motiv des Holzfällers entwickelte Hodler im Zusammenhang mit dem Auftrag der Schweizerischen Nationalbank für ein neues Banknoten-Motiv. Es sollte eine der erfolgreichsten Bilderfindungen des Künstlers werden. Die Luzerner Fassung – eine von neunzehn – zeichnet sich durch die aggressive Wolkenstimmung im Hintergrund aus, die nur hier zu finden ist.

Loosli bezeichnete im dritten Band seiner Hodler-Biographie die „Flersheimsche Fassung“ des Holzfällers als eine der ausdrucksvollsten und fügte zugleich an, dass erst eine direkte Gegenüberstellung der einzelnen Fassungen die Unterschiede deutlich werden lässt: „Bewegung und Stellung bleiben sich bei allen zwar immer gleich; immer ist es der gleiche Holzhauer mit der hocherhobenen, zum wuchtigen Streiche ausholenden Axt, aber sieht man genauer hin, so wird man ohne grosse Mühe erkennen, dass die Ausdrucksformen verschieden, dem Grade der Erregung des Fällers durchaus angepasst sind.“

Damit reagierte Loosli auf die bereits wenige Zeit nach den ersten Präsentationen des Sujets in Deutschland erhobene Kritik seiner Gegner, Hodler repliziere sich selbst um des reinen Profites willen. Tatsächlich tauchte bereits 1912 in Bern eine Fälschung auf. Hodler wurde sogar als Zeuge zum Prozess geladen. Dies bestätigte jedoch nur die Popularität des Motivs. 1926 lieferte Kurt Tucholsky eine Beschreibung der Aktivitäten in den Pariser Schlachthöfen mit folgenden Worten: „Die Schweine rummeln in den Kojen, durchsuchen das Stroh - der Schlächter mit einem grossen Krockethammer tritt näher, holt, heiliger Hodler! weit aus und schlägt das Tier vor den Kopf.“ Kannten die Verantwortlichen der französischen Musées nationaux dieses Zitat als man Anfang des Jahres 2005 eine Fassung des Hodlerschen Holzfällers Musée d’Orsay in Paris für 2,5 Mio. Schweizer Franken ersteigerte?

Der Frankfurter Unternehmer Martin Flersheim war der erste Besitzer, der das Werk wohl über den Frankfurter Kunstverein erworben hatte. 1940 konnte es durch Vermittlung der Gemäldegalerie Rosengart von der Bernhard-Eglin-Stiftung erworben werden.

Matthias Fischer