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Blick auf Luzern vom Stollberg
  • Robert Zünd
  • Blick auf Luzern vom Stollberg, 1887

  • Öl auf Leinwand
  • 55.2 x 73.3 cm
  • signiert und datiert unten links: "R. Zünd 1887."
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 2004.12x
  • © Kunstmuseum Luzern
  • Jahr von: 1'887
  • Jahr bis: 1'887
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
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Das Gemälde „Blick auf Luzern vom Stollberg“ ist ein Motiv, dem sich Zünd wiederholt genähert hat. Auf beschatteter Berganhöhe bietet das Bild einen Blick über das Reusstal zu den Museggtürmen Luzerns und über den Vierwaldstättersee zu den Voralpengebirgen zwischen Rigi und Bürgenstock. Einem Renaissancetheater gleich ordnet Zünd Prospekte – Bildebenen – hintereinander an und modelliert mit Schatten, Licht und Luftperspektive eine Raumtiefe. Zünd hat in keiner anderen Werkgruppe die Vogelperspektive oder Überblickslandschaft so explizit dargestellt wie beim „Blick auf Luzern vom Stollberg“.

„Blick auf Luzern vom Stollberg“ ist wohl eine Komposition, die noch am ehesten den Charakter einer touristischen Vedute hat. Im Fluchtpunkt befindet sich Luzerns erkennbare Befestigungsmauer, die Museggmauer mit ihren Türmen, deren Bau 1386 kurz nach der Schlacht bei Sempach begonnen wurde. Über dem rechten Reussufer hoch auf dem Berg thronend befindet sich ein weiterer Bau. Obwohl idealisiert könnte es sich um eine Andeutung des Château Gütsch handeln, das 1888 von einem reichen Bürger im Stil des Historismus erbaut wurde. Zünd muss von diesem Vorhaben gehört und sich dieses Märchenschloss erdacht haben. Frühere Versionen des Gemäldes hat er noch ohne dieses Bauwerk gemalt. In diesem Sinne besitzt der „Blick auf Luzern vom Stollberg“, der sich in der Sammlung des Kunstmuseums befindet, auch eine dokumentarische Komponente. Es ist nur ein weiteres Gemälde bekannt, in dem sich der Maler ebenso als Zeitgenosse verstanden und ein kleines Dampfschiff gemalt hat („Blick von Meggenhorn über die Bucht von Wartenfluh auf Luzern“, Gemeide Meggen). Anderen Errungenschaften der Zeit hat sich Zünd, zumindest in seinen Gemälden, nicht geöffnet.

Susanne Neubauer