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Skizze zu "Redescription (after Rembrandt)"
  • Valérie Favre
  • Skizze zu "Redescription (after Rembrandt)", 2008

  • Bleistift auf Papier
  • 29.7 x 21 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 2010.59y
  • © 2010, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 2'008
  • Jahr bis: 2'008
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Weiteres

In der Zeichnung „Skizze zu „Redescription (after Rembrandt)“ werden die verschiedenen angedeuteten Figuren von einer feinen Linie umrahmt. Die Akteure sowie die Komposition der Darstellung finden sich in variierter Form in den drei grossformatigen Ölgemälden wieder. Im Unterschied zur Zeichnung „Ohne Titel (Short Cut)“ (KML 2010.62y), dessen Sujets der Imagination der Künstlerin entspringen, liegt dieser ein Originalbild zu Grunde – Rembrandts Kreuzabnahme von 1633. In den seit 2007 entstehenden „Redescriptions“ unterläuft Favre mit ihrem eigenen Figurenpersonal ein zentrales Motiv der Kunstgeschichte. Sie übernimmt zwar die Komposition des Originals, transformiert jedoch die Akteure. Diese scheinen nun vielmehr einem Karneval zu entspringen, denn an einer sakralen Szene teilzuhaben. Nebst einem Satyrähnlichen Wesen findet sich eine angedeutete Majorette am rechten Rand. Favre interessiert sich hauptsächlich für die sogenannten Randfiguren, welche ansonsten eine Nebenrolle innehaben, während die Hauptperson – Christus – in der Zeichnung gänzlich fehlt. Als sogenanntes „Casting von Kostümen“, so Favre, skizziert und erprobt sie Gesichter und Gewänder der Figuren. Die Christusfigur setzt sie erst anschliessend direkt nach der Vorlage des Originals in die Gemälde ein.

Die Darstellung der Kreuzabnahme widerspiegelt die unterschiedlichen Medien, auf die Favre in ihrem Werk zurückgreift und zeigt auf, wie die Künstlerin gekonnt zwischen sakraler und profaner Kunst zu wechseln vermag. Eine Szene des Evangeliums wird als Satire in die Erzählform einer Fabel überführt.

Patrizia Keller