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Figure-toi, le tableau te voit, mais toi, tu ne le vois pas
  • Rémy Zaugg
  • Figure-toi, le tableau te voit, mais toi, tu ne le vois pas, 1989/1990

  • Acryl und Siebdruck auf Leinwand
  • 199.5 x 220 x 3.5 cm
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 92.229x
  • © Nachlass Rémy Zaugg
  • Jahr von: 1'989
  • Jahr bis: 1'990
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur

Das Bild „Figure-toi, le tableau te voit, mais toi, tu ne le vois pas“, das Rémy Zaugg an seiner Ausstellung "Rémy Zaugg. Trois ou quatre prote-fenêtres (le lac, des bateaux, le rivage, les hôtels, les alpes...) Un Autoportrait" 1991 im Kunstmuseum Luzern gezeigt hat, sieht auf den ersten Blick aus wie ein monochromes Gemälde. Ein zweiter Blick lässt jedoch erkennen, dass auf seiner gelblich-weissen Fläche ein Schriftzug in einem von der Grundfarbe leicht abweichenden Ton aufgebracht worden ist: „Figure-toi, le tableau te voit, mais toi, tu ne le vois pas“ steht darauf geschrieben und gibt dem Bild auch seinen Titel.

Das Bild gehört zu den Werkgruppen der monochromen Bilder mit auf ihre Malschicht aufgetragenen Schriftzügen, die Zaugg ab 1986 herzustellen beginnt und mit denen er zu zeigen versucht, dass Malerei eine Sache der aktiven Wahrnehmung ist. Dies geschieht hier auf zwei Arten: Durch das Weiss und den fast nicht sichtbaren Schriftzug wird der Betrachter und die Betrachterin regelrecht gezwungen aktiv hinzuschauen. Zweitens wird der Betrachter und die Betrachterin durch den Schriftzug direkt angesprochen; er fordert diese auf, über das Bild, seine Wahrnehmung, seine Wirkung nachzudenken.

Das Bild thematisiert so die Rolle, die der Einzelne beim Betrachten spielt. Er ist es, der das Kunstwerk durch sein Wahrnehmen lebendig macht: „Der Mensch, das wahrnehmende Subjekt, ist dessen Autor“, schreibt Rémy Zaugg. Andererseits spielt das Bild selber eben auch eine aktive Rolle und gestaltet die Wahrnehmung des Betrachters und der Betrachterin mit: „Le tableau te constitue et tu constitue le tableau“.

Sylvia Rüttimann