deutschenglisch
Untitled (From the Transparent Kindergartens Above Streets Series)
  • Robert Estermann
  • Untitled (From the Transparent Kindergartens Above Streets Series), 2004

  • Kugelschreiber auf Papier
  • 42 x 29.7 cm
  • siginert und datiert verso: "R. Estermann/Text 19.9.2004"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 2006.16y
  • © 2007, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 2'004
  • Jahr bis: 2'004
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
Weiteres

Das Blatt gehört zur "Transparent Kindergarten Above Streets"-Serie, die in einem Zeitraum von zwei Jahren entstanden ist und rund zwanzig Zeichnungen umfasst. Mit ihnen hat der Künstler begonnen, sich mit dem deutschen Pädagogen Friedrich Froebel (1782–1852) auseinanderzusetzen. Froebel war Schüler Pestalozzis und hat mit der Erfindung des Kindergartens neue Massstäbe in der Erziehung von Kindern gesetzt. Estermann begreift den geschützten Hort des kindlichen Lebens, in dem gerade auch die kreativen Fähigkeiten von Kindern gefördert werden sollen, nicht nur als Paradies, sondern auch als ein von Erwachsenen geschaffener Ort, in dem Kinder räumlich von der übrigen, der Erwachsenenwelt, bewusst weggeschlossen werden. Der Titel weist auf die unterschiedlichen Formen dieser "Gärten" hin, die unsichtbar ("transparent") und sich bisweilen nahe (unter Umständen) gefährlicher Strassen ("streets") befinden. Die Komplexität des künstlerischen Denkens erweist sich hier als kritische Instanz, verbindet sie doch das vermeintlich Harmlose mit der Brutalität des Alltags.

Dieses Blatt ist das einzige in der Serie, das ganz auf eine Bildsprache verzichtet und nur aus Textpassagen besteht, in denen Estermann Hinweise zum Verständnis seiner Zeichnungen liefert:

"The specific of a series/
It is all about obsession, space/
It is important that the drawings extend themselfes to their extension - and remain a mystery./
The "spoken" which is the "settng" - is simply explained/
- Kindergartens in ultrathin, transparent spaces above the street/
- exercise books (covers)/
- cars, people, children, writing/
so what for me is the "unspoken" is not [unterstrichen], let's say, pedophilia, sexism, oppression of children.../
It is more a (sort of) trance, repetition ... and a constant lost of memory and exess in exess-by-difference (instead of vectorial excess where the degrees are based on narration)./
That is a kind of [durchgestrichen]/
The child is the drawer and not ? learning to write, it is like rhytm mmmmmm mm fashism (yes), mechanical extension, fetish, knowledge, possibilities of exess, merging, disappearing, confusion, ressemblance, opening kind of big spaces where the molecules are still unexplored (you don't know what this space holds together [unterstrichen], but is "feels" like a space, with light and speed."/

Susanne Neubauer