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Hängen am Museum  –  nachgedacht
  • Christoph Rütimann
  • Hängen am Museum – nachgedacht, 2002

  • Plot auf Gitterstoff
  • 400 x 1000 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern, Leihgabe des Künstlers
  • Inv.-Nr. L 2003.5q
  • © 2010, ProLitteris, Zurich
  • Jahr von: 2,002
  • Jahr bis: 2,002
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography

Die beiden Performances „Hängen am Museum“ von Christoph Rütimann (Vgl.: L 2003.6:1-4v, L 2003.7:1-4v) aus den Jahren 1994 und 2002 thematisieren das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis des Kunstschaffenden und der Institution des Kunstmuseums. Durch sein Agieren an der Aussenseite des Museumsbaus vermag Rütimann weiter mit dem Diktum von festgeschriebenen Innen- und Aussenräumen zu brechen. Das Kunstwerk und der Kunstschaffende erhalten eine neue Öffentlichkeit, das Museum erfährt eine Öffnung zur Welt. Einen derartigen Ausblick auf die Welt, oder zumindest auf den Vierwaldstättersee, wird unter anderem auch in der Ausstellung „Hängen am Museum“ thematisiert, die das Kunstmuseum Luzern dem Künstler – gleichsam als Ergänzung zur Performance – vom 19. Oktober 2002 bis zum 12. Januar 2003 widmet und anlässlich derer der Plot „Hängen am Museum – nachgedacht“ gezeigt wird.

Das zehn Meter breite Werk, das zwei Monate später als kleineres Format auch die Einladungskarte zur zweiten Performance zieren sollte, bedeckt die östliche Wand der grossen Ausstellungshalle und zeigt den Künstler auf der äussersten Dachkante des Kultur- und Kongresszentrums sitzend. Wie später auch bei der Performance trägt Rütimann Anzug und Schirmmütze, seinen Blick hat er auf den See und auf die dahinter liegenden Berge gerichtet. Angesichts der beachtlichen Dimensionen des Werkes erscheint Rütimann auf der Fotografie bloss als verschwindend kleine, dunkle Silhouette, die im mächtigen Landschaftspanorama eingebettet ist. Die Titelgebung evoziert, dass Rütimann über seine in Planung begriffene Performance nachdenkt, das Bildmotiv ist an die klassischen Landschaftsbilder des oft festgehaltenen Luzerner Panoramas angelehnt. Für den Künstler ist die Arbeit insofern relevant, als dass sie für ihn gleichsam die Zeitspanne zwischen den zwei Performances visualisieren soll. Durch den gewählten Bildausschnitt, die Grösse und die Positionierung im Raum anlässlich der Rütimann-Ausstellung öffnet der Plot das Museum gegen die Stadt Luzern, gegen den See und die Berglandschaft, fingiert gleichsam einen Blick auf die Aussenwelt und verdeutlicht, dass sowohl die Kunst, als auch das Museum per se in einem erweiterten Radius zu agieren vermögen.

Gioia Dal Molin