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Selbstbildnis mit Blumenstrauss
  • Josephine Troller
  • Selbstbildnis mit Blumenstrauss, 1979

  • Öl auf Leinwand
  • 130 x 85 cm
  • signiert unten links: "Josephine T."; signiert, datiert und bezeichnet verso, mit Ölfarbe, schwarz: "Selbst-/-Bildnis- mit/BLUMEN-Strauss/Josephine Troller/130x85 1979-81"; auf Keilrahmen, oben rechts, auf Etikette: "Selbstbildnis mit Blumenstrauss/1979-81/Öl a. Lein. 130x85/Josephine Troller/Gsegnetmattstr.2/6006 Luzern"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 2007.36x
  • © Nachlass Josephine Troller
  • Jahr von: 1'979
  • Jahr bis: 1'981
Werkbeschrieb
Provenienz
Ausstellungsgeschichte
Literatur
Weiteres

Josephine Trollers späte Porträtarbeiten in Öl auf Leinwand präsentieren die Personen stets in Frontalansicht, als Brustbild oder Halbfigur, umgeben von gemalten Rahmenornamenten – ein Muster mithin, das schon in früher entwickelten anderen Bildtypen angelegt ist. Offenkundig ist vor allem in den Bildnissen der letzten Schaffensjahre, die alle wesentlich einem Typus zu entsprechen scheinen, die Referenz an die handwerkliche Berufstätigkeit. Die gelernte Hutmacherin verwendet für ihre Porträts auf Seiden- oder Zeitungspapier durchgepauste „Schnittmuster“ – ihr Vorgehen hat die Künstlerin mit der Aufbewahrung dieser Vorlagen dokumentiert. Diese Arbeitsweise erklärt nicht nur die Ähnlichkeiten der porträtierten Figuren untereinander, sondern ebenso ihre schematisch-starren Silhouetten und die bisweilen maskenhaft wirkenden Gesichtszüge. Josephine Troller versucht zwar, vor dem lebenden Modell zu malen, gibt jedoch diese akademische Methode der Porträtzeichnung und -malerei auf – wie sie auch vom Zeichnen in der Landschaft sich abwendet – und erarbeitet Schablonen, die ihr fürderhin den Bildaufbau erleichtern und die Konzentration auf Farbwirkung ermöglichen.

Unter das Schema der variierten Wiederholung des Gleichen lassen sich beispielhaft einige Blumenstillleben und Selbstporträts subsumieren, die ab zirka 1980 entstanden sind: Eigene Gemälde werden in neuen Arbeiten zitiert. So findet man im vorliegenden grossformatigen Gemälde ein Blumenbild vereint mit einem Selbstporträt als „Bild im Bild“. Die Komposition enthält typische Bildelemente wie die sowohl als Rahmungen wie auch als Hintergrund funktionierenden Ornamentbänder oder die aus früheren Werken bekannte Kreisform, welche über dem Abbild schwebt. Josephine Troller rekurriert also in mehrerer Hinsicht auf das eigene Schaffen in der Vergangenheit und unterstreicht die formale und inhaltliche Kontinuität in ihrer künstlerischen Arbeit. Die Künstlerin verewigt sich als alterslose Ikone mit einer exemplarischen, bei ihrem Publikum äusserst beliebten Bildgattung, dem Stillleben, und schafft so ein klassisches „Alterswerk“, das formale Virtuosität und Retrospektion in sich vereint.

Isabel Fluri