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Happy Couple II
  • Urs Lüthi
  • Happy Couple II, 1980

  • Acryl auf Leinwand
  • 185 x 145.3 cm
  • signiert und datiert verso: "Urs Lüthi 1980/Happy Couple"
  • Kunstmuseum Luzern
  • Inv.-Nr. 2005.28x
  • © Urs Lüthi
  • Jahr von: 1,980
  • Jahr bis: 1,980
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography

Zu sehen ist ein Paar beim Sex, glücklich zum Betrachter und der Betrachterin blickend. Es sind zwei schwarze Strichfiguren auf türkisblauem Grund. Zur gleichen Serie der „Happy Couples“ gehören ein Querformat mit rosaroter Grundfarbe, das die beiden gleichen Strichfiguren in liegender Liebesstellung zeigt („Happy Couple I“, Privatbesitz), sowie das „Happy Couple III“ (Privatbesitz) auf gelber Grundfarbe. Hier ist das Paar zu dritt, eine Familie mit Nachwuchs, die sich wie auf einem Familienfoto postiert hat. Rosa, blau und gelb sind Lüthis Grundfarben in vielen seiner Werke.

Die Serie markiert formal einen Bruch. Nach den fotografischen Selbstporträts und Serien mit verschiedenen Partnern und Partnerinnen ist Lüthi gegen Ende der 1970er Jahre zur Malerei zurückgekehrt. Mit dem Medium Fotografie hatte er nichts mehr weiterentwickeln können. Die Posen und Possen hatten sich ausgelebt und die Positionen waren durchgespielt. Es galt eine neue Haltung in der Kunst zu finden. Dabei bildeten die Comic-artigen Figuren einen starken Bruch, wobei sie inhaltlich durchaus an das vorangegangene Werk anknüpfen, etwa an die Fotoserien, die Lüthi auf einer Reise in Amerika mit seiner damaligen Partnerin Elke Kilga in diversen Hotelzimmern zeigen.

Dass dieser für Lüthi doch radikale Umbruch beim Publikum Irritationen auslöste, erstaunt nicht. Aus heutiger Sicht können wir in dieser Malerei aber auch eine interessante Parallele zur damals stark diskutierten Malerei der Neuen Wilden ziehen. Lüthis Strichmännchen erscheinen zwar spontan und unbedarft hingepinselt, sie sind jedoch alles andere als dem expressiven Zeitgeist verpflichtet. Auch im Medium der Malerei gelingt Lüthi, was er mit seinen Fotografien bereits erreichte, nämlich Bilder von grosser Eindringlichkeit zu schaffen. Einmal gesehen, ist die Bildfindung nicht mehr aus der Erinnerung zu löschen.

Christoph Lichtin