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The Revenge, aus der Serie Art is the better life
  • Urs Lüthi
  • The Revenge, aus der Serie Art is the better life, 2003

  • Mixed Media-Skulptur und Objekte auf Holzsockel
  • 195 x 375 x 170 cm
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum der Bernhard Eglin-Stiftung
  • Inv.-Nr. M 2009.68w
  • © Urs Lüthi
  • Jahr von: 2,003
  • Jahr bis: 2,003
Description
Provenance
Exhibition History
Bibliography

Dem Skulpturalen ist der Künstler während seines ganzen Schaffens ausgesprochen zugeneigt. Das zeigt sich bereits in den frühen Fotografien, wo der nackte Körper unter Zuhilfenahme von altbekannten Mitteln wie dem Chiaroscuro in seiner Plastizität hervorgehoben ist. Ebenso wird Lüthis Beschäftigung mit den Grundlagen der Bildhauerei in den Gemälden der 1980er Jahre deutlich, wenn er etwa seine „Wächterinnen“ mit klassischem Kontrapost malt. Mit den Bronzeköpfen, die er ab 1989 giessen lässt, widmet sich Lüthi erneut dem Selbstporträt und zwar in einem Medium, das für manche etwas aus den Jahren gekommen zu sein scheint, für ihn selbst aber folgerichtig ist. So kann die hyperrealistische Figur des Rächers sowohl in der Tradition von Lüthis Beschäftigung mit sich selbst, mit dem Realismus, den er in seinen Fotografien verfolgt, als auch mit seinem Interesse für die Bildhauerei betrachtet werden. „Ein Bild verhauen“ ist denn auch der Ausgangspunkt dieser Skulptur aus der Serie „Art ist the better life“: Kunst ist das bessere Leben, heisst es verheissungsvoll auf dem Sockel.

Was der Künstler im Outfit des agilen Freizeitsportlers soeben zertrümmert hat, ist ein spiessiges Garderobeschränkchen. An sich ein Möbel, um Ordnung zu schaffen, hat es den Künstler offenbar zu einer Zerstörung provoziert, die er nun stolz präsentiert: Der Künstler muss Ordnung schaffen, aufräumen, und vor allem muss er aktiv sein, sich verausgaben und leiden, und, wenn nötig, zur Rache („revenge“) schreiten, dies ist das Künstlerbild, das hier vermittelt wird. Der Müll und die Schönheit sind Pole der Kunst und des Lebens. Schönheit und Verfall, Ordnung und Chaos, diesen Dualitäten begegnen man in Lüthis Werk immer wieder.

Christoph Lichtin