deutschenglisch
Ohne Titel
  • Josef Maria Odermatt
  • Ohne Titel, 1985

  • Eisen
  • 153 x 50 x 54 cm
  • nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Luzern, Depositum des Kantons Luzern
  • Inv.-Nr. F 85.50w
  • © Josef Maria Odermatt
  • Jahr von: 1'985
  • Jahr bis: 1'985
Werkbeschrieb
Provenienz
Literatur

Im Vergleich zu den frühen Arbeiten und den neusten Plastiken lässt sich anhand dieser Arbeit aus dem Jahr 1985 Josef Maria Odermatts künstlerischer Entwicklungsprozess nachvollziehen. Ähnlich wie die frühen Werke hat diese Stangenkonstellation eine stark organische Wirkung. Mit ihrer leichten Beugung beinhalten die Stangen eine Dynamik, und das längere Element trägt in Kombination mit den beiden kürzeren einen spriessenden, sich entwickelnden Charakter. Zusammen mit dem die Stangen verbindenden Glied weckt die Plastik auch Assoziationen zu einem Skelett, wie dies bei frühen Arbeiten häufig der Fall ist.

Trotz der Parallelen zum Frühwerk, distanziert sich die vorliegende Plastik jedoch auch von diesem. Anhand der reduzierten Anzahl von Eisenteilen und der beiden möglichst identisch geschmiedeten kürzeren Stangen lässt sich bereits die Tendenz zu einer minimalistischeren Formensprache und ein zunehmendes Interesse an seriell gefertigten Teilen feststellen – Entwicklungen, die bei den jüngsten Arbeiten am stärksten ausgeprägt sind. Auch die Fixiertechnik ist anders. Das die einzelnen Stangen verbindende Element ist zentrales Teil der Plastik. Es werden keine Schrauben oder Nieten mehr verwendet, die Eisenteile sind zur Stabilisierung lediglich ineinander gesteckt. Im suggerierten Wechselspiel zwischen Zusammenhalten und Auseinanderfallen liegt die Essenz dieser Konstellation.

Die Plastik vereint insgesamt dynamische Spannung und geometrische Ausgewogenheit und bewegt sich im Grenzbereich zwischen organischer, zufällig entstandener und minimalistischer, konzipierter Erscheinung.

Seraina Werthemann